Prägels
Französisch Prêles, Preles 1185, Praelle 1284, Preela 1289, Preele 1299, Prela 1303, (Predels ? 1348)
Dorf auf dem Tessenberg, am südlichsten Abhang des Chasseral, in der Kirchgemeinde Tess, Amtsbezirk Neuenstadt, 400 m über dem Bielersee, nördlich von Ligerz, westlich von Twann, 1 ¼ Stunden von diesem, 20 Minuten von Tess und 9 ¾ Stunden von Bern entfernt. Das Dorf hat in 47 Häusern 341 Einwohner; mit den Häusern la praye und sur la Douanne bildet es die Gemeinde Prägels ( in 54 Häusern 394 Einwohner)
Ueber die Hoheitsrechte und Schicksale des Tessenbergs, zu dem Prägels gehörte, für den Artikel Tess, Lamligen und Nos. Jn Prägels war die Abtei St.Johannsen schon im 12. Jahrhundert begütert. (FRB I 478 III.477) Von einem Geschlechte von Prägels werden genannt Eberhard 1196, Ludwig und Cono 1284, Ludwig ein Priester (FRB I.c.)
Zimmerli 1891
Prêles, heisst zu deutsch Prägelz. Im Dorfe selber sind 59 welsche und 7 deutsche Haushaltungen. Es wird hier etwas eniger patois gesprochen als in den andern Gemeinden des Tessenberges; die meisten Eltern sprechen mit den Kindern französisch. Im Lamboing sagen sie , Prêles sei halb deutsch; Tatsache ist , dass die Leute, welche neben dem Französischen nicht auch noch das Schweizerdeutschen mächtig sind, die Ausnahmen bilden. Die ältesten Bürgernamen sind Gianque, Gochat, Roselle und Willier. Die Flurnamen sind alle romanisch.
Das Dorf wurde im Jahr 1861 durch eine grosse Feuersbrunst heimgesucht, sodass es heute vorwiegend aus Neubauten besteht.
Auf dem Gehöfte la Praye sind 4 deutscher und 2patois sprechende Haushaltuungen. Auf la Coudre ist eine deutsche Familie.
Urkundlich findet sich: allodium de Prales 1178, Trouillet I, 364; territorium de Bredelz 1295, FRB III, 627 villa de Preele 1299, ibid III, 725