Ottiswyl

Otolswile um 1300

Kleines Dorf von 82 Einwohnern in 12 Häusern in der Kirchgemeinde Gross-Affoltern, Amt Aarberg, zwischen Gross-Affoltern und Diessbach, an der Strasse, die diese Dörfer verbindet, ¾ Stunden von ersterem und 4 ¼ von Bern entfernt.

Ottiswyl gehörter zur Herrschaft Affoltern und diese zur Herrschaft Oltigen, die 1412 an Bern kam. Affoltern wurde darnach der Vogtei Aarberg zugetheilt. 1413 kauften sich die Leibeigenen los (Urkunde im Staatsarchiv Bern)

Der Ritter Burkhard Senn, Frei und Herr zu Buchegg, besass einen Bodenzins zu Ottiswyl, den er 1373 verkaufte, den aber 1378 seine Schwester Elisbeth, Gemahlin Hemmans von Bechburg, sich verpflichtete, zurückzukaufen (Wurstemberger, Buchegg, ein historischer Versuch im Geschichtsforscher XII. S.294,298). Bei Ottiswyl liegt der Hof Homberg, der im kyburgischen Urbar von 1262 als kyburgische Besitzung genannt wird.(FRB II.539).1420 verkaufte Cuno Biderbo an Hans von Herbligen den Zehnten zu Ottiswyl und dieser ihn 1427 an Niklaus Herrscher (Aarberg Documenten Buch im bernischen Staatsarchiv S.63,65). 1588 und 1597 kaufte Anton von Graffenried den Zehnten vom Heuengut zu Ottiswyl um 150 Pfund. Jm Namen der Susanna May verkaufte Johann Franz von Wattenwyl den kleinen Zehnten zu Ottiswyl 1685 an Johann Rudolf Gatschet um 2200 Pfund und dieser an Niklaus Küng und Mithaste zu Ottiswyl um 1500 Pfund (Aarberger Documenten Buch 107, 108, 119, 131)

Jm sogenannten Badstuberbrief 1295 erscheint unter den „200 Burgern“ von Bern, sowie später 1303 und 1309 als Zeuge ein Hug von Otolswile (FRB III. IV. I.c.)

Etymologisch

Wilari-Bildung mit einem ahd. PN im BW. Wenn die ersten drei Belege das heutige Ottiswil benennen – die anderen in der Quelle genannten ONN sind sehr nahe bzw. aus der näheren Umgebung - , ist von einer Grundform *Ot(t)waldswilare auszugehen (zum PN vgl. Förstemann I, 185 ff. bes. 203), mit der bekannten Reduktion des PN-Zweitglieds -walds zu -is (vgl. Sumiswald, Leimiswil, Littisbach; s. auch SONB I, 40): *Ot(t)walds- > *Ot(t)olds- > Ot(t)ols- (Erleichterung der Dreierkonsonanz) > *Ot(t)els- (Silbenabschwächung) > Ot(t)es-/ Ot(t)is- (l-Schwund aufgrund Dissimilation mit dem I in -will). S. auch Ot(t)- und Will.