Ostermanigen
Ostermundingen 1343, Ostermonigen 1758
Dörfchen von 96 Einwohnern in 18 Häusern in der Einwohner- und Kirchgemeinde Radelfingen, Amt Aarberg, zwischen Tedligen und Oltigen, 4 Stunden von Bern, 1 ½ von Aarberg und ¾ von Radelfingen entfernt, nicht zu verwechseln mit Ostermundigen (Ostermanigen) bei Bern.
Ostermanigen gehörte zur Herrschaft Oltigen und theilte deren Schicksale. 1413 kauften sich die Leibeigenen von Bern los (Bähler, Geschichte von Oltigen im Berner Taschenbuch 1883 S.162)
Hans von Bubenberg vergabte an Tedligen am 6.Mai 1409 den Drittel des Gerichts zu Ostermundigen (E.F.v.Mülinen,Helvetia Sacra II. 134)
Die Stift in Bern hatte im 18.Jahrhundert den Getreide- und Heuzehnten von Ostermundigen zu beziehen (Pläne im Staatsarchiv)
Etymologisch
Primärer SN, gebildet mit dem PN * Ostermund (vgl. Förstemann I, 212 ff, bes. 216, Ostremund) der auf dem PN_Stamm *austar- <aus dem Osten stammend> (Förstemann I, a.a.O. s. auch Ost-/Öst-) und dem in ahd. PNN sehr verbreiteten Stamm *munda- <Schutz,Schützer> (Förstemann I, 1134) basiert. Die vollständige Bewahrung des dreisilbigen PN im ON bis ins 20.Jh. ist aussergewöhnlich und erklärt sich am ehesten durch volksetymologische Segmentierung des ON in *Mundigen und das mhd. Adj./Adv. Ôster <östlich> bzw. das christliche Osterfest. Die irreguläre spätere Lautentwicklung -u- >-a- mit dem d-Schwund ist vielleicht als Umdeutung in mhd. Mân(e), môn(e) m./f. <Mond> (Lexer I, 2026) zu verstehen (vgl. auch die Formen mit -o- im 14.Jh. und älter schwzd. Maa(n) m.
Schmalz (Ostermundigen 7) erwägt eine volksetymologische Anlehnung an ein App. Osterman (ein von ihm genannter Erstbeleg Ostermanningen von 1486 in den Berner Rathsmanualen für das heutige Ostermundigen war von uns nicht zu identifizieren.
PNN mit Oster- sind laut Brechenmacher (Failiennamen II, 353 f) im oberdt. Raum wenig heimisch. Umso auffälliger sind die beiden historisch geleichlautenden Siedlungen Ostermundigen und Ostermanigen auf so kleinem Raum. Möglicherweise handelt es sich um zwi Gründungen einer Person bzw. Sippe. Die Zuweisung der Belege ist schwierig, da die SNN nur teilweise durch Namenzusätze geografisch näher bestimmt werden.